Anwalt Rostock Familienrecht

Werde ich Weihnachten bei Mama oder Papa sein? Zum Umgangsrecht der Eltern nach der Trennung.

Wenn Eltern dauerhaft voneinander getrennt leben, hat der Elternteil, der das Kind nicht regelmäßig betreut, ein Umgangsrecht. Dieses Umgangsrecht gibt das Recht, Kontakt mit dem Kind zu gewissen Zeiten zu haben. Dabei sind regelmäßige Zeiten am Wochenende gemeint, Zeiten in den Ferien und bestimmte Zeiten in den Feiertagen fallen ebenfalls darunter.

Gesetzlich geregelt sind diese Zeiten an keiner Stelle des Gesetzes. Es ist lediglich geregelt, dass die Umgangszeiten mit dem Kindeswohl im Einklang zu stehen haben. 

Es gilt daher zu den Feiertagen, dass die Eltern vorrangig untereinander die Zeiten aushandeln. Dies funktioniert nach einer Trennung nicht immer einvernehmlich. Der Recht gibt weitere Möglichkeiten an die Hand, den Umgang zum Beispiel zu Weihnachten zu regeln. Zunächst sollte man sich an das Jugendamt wenden. Die Jugendämter haben die Aufgabe, bei Interessenkonflikten der Eltern untereinander zu vermitteln. Zudem sind die Jugendämter die "Hüter des Kideswohls". In wie weit sie dieser Aufgabe, die neben zig anderen Aufgaben besteht, immer gerecht werden, ist eine andere Frage.

Gelingt also eine Verständigung über den Umgang auch nicht über die Vermittlung des Jugendamtes, besteht die Möglichkeit, einen Anwalt mit der Regelung des Umgangs zu beauftragen.

Leben die getrennten ELtern relativ dicht beieinander, so könnte man die Weihnachtsfeiertage untereinander aufteilen. Möglich wäre ein Wechsel der Betreuung nach dem Mittag am ersten Weihnachtsfeiertag. Möglich wäre aber auch ein großflächiger Wechsel in der Form, dass der eine Elternteil das Kind über Weihnachtsfeiertage hat und der andere dann zu Ostern. Ein Elternteil wird aber ungern auf sein Kind über ein ganzes Weihnachtsfest verzichten, weshalb die Teilung der Weihnachtsfeiertage in der Praxis häufiger vorkommt.

Wenn auch unter Zuhilfenahme eines Rechtsanwaltes keine außergerichtliche Regelung zustandekommt, gibt es die weitere Möglichkeit, einen gerichtlichen Antrag auf Regelung des Umgangs beim Familiengericht zu stellen. Dies kommt gar nicht so selten vor, wie man denken mag. Der gerichtliche Antrag hat nämlich im Gegensatz zu den vorgenannten Möglichkeiten einen entscheidenden Vorteil: Eine gerichtliche Umgangsregelung kann, wenn dies angeordnet wird, notfalls vollstreckt werden, wenn sich der hauptsächlich das Kind betreuende Elternteil nicht an die Umgangsregelung hält. Es kann dann ein Ordnungsmittelverfahren eingeleitet werden, mit dem einem Elternteil ein Ordnungsmittel auferlegt wird, wenn es sich an einen gerichtliche Umgangsregelung nicht hält.

Hilft auch dies nicht, um den betreuenden Elternteil zur Herausgabe des Kindes zu veranlassen, so kann das Gericht sogar festlegen, dass diesem Elternteil für die Zeit des Umgangs das Sorgerecht/Aufenthaltsbestimmungsrecht entzogen wird und auf einen Umgangspfleger übertragen wird. Für die Zeit des Umgang ist damit eine andere Person (meist ein Mitarbeiter von einem Hilfeträger oder vom Jugendamt) berechtigt zu entscheiden, wo sich das Kind aufhält. So kann dann das Umgangsrecht gegen den Willen desjenigen Elternteiles durchgesetzt werden.

Haben Sie Fragen zum Umgangsrecht und zu den möglichen Regelungen und Durchsetzungsmöglichkeiten, so rufen Sie uns an und vereinbaren einen Termin in unserem Rostocker Büro.

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Ihr Ansprechpartner:

Foto von Mathias DrewelowRechtsanwalt LL. M.
Mathias Drewelow

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